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Expeditionsseereisen ins Reich der Eisberge

Uummannaq - Der Robbeherzförmige

Uummannaq mit dem Herzberg
Uummannaq mit dem Herzberg
Eisberge vor Uummannaq
Eisberge vor Uummannaq

Die Siedlung Uummannaq liegt auf einer Insel im Uummannaqfjord. Hinter dem Ort erhebt sich unübersehbar der 1.175m hohe Berg gleichen Namens. Seine Form erinnert an das Herz einer Robbe und so kam Uummannaq auch zu seinem Namen. Besonders bei tiefstehender Sonne leuchtet der Berg in verschiedensten Rottönen und nicht umsonst gilt die Siedlung mit ihren bunten Häusern als eine der schönsten in ganz Grönland. In Uummannaq leben derzeit rund 1.300 Menschen, in den kleineren Außensiedlungen weitere 1.300 Einwohner. Dank seiner Lage fast 600km nördlich des Polarkreises wird der Ort von Mitte Mai bis Ende Juli von der Mitternachtssonne verwöhnt - während der Wintermonate herrscht allerdings auch von Anfang November bis Ende Januar Polarnacht.
Uummannaq wurde im Jahr 1763 vom dänischen Kolonieverwalter Bruun gegründet. Aus der Kolonialzeit sind noch einige Gebäude erhalten, darunter auch ein Torfhaus, das Einblicke in die Lebensweise der Inuit vermittelt. Markant ist auch die Kirche aus dem Jahr 1935. Das Gebäude aus Granitfeldsteinen gilt als das Wahrzeichen des Ortes. Eine gewisse Bekanntheit erlangte Ummannaq Anfang der 1930er Jahre, als in der Umgebung der Film "SOS Eisberg" mit Leni Riefenstahl in einer der Hauptrollen gedreht wurde. Im Jahr 1972 wurde in einer nahen Wintersiedlung einer der wichtigsten archäologischen Funde Grönlands gemacht - die Mumien von Qilakitsoq. Sie stammen aus der Zeit um 1475 und sind heute im Nationalmuseum in Nuuk ausgestellt.
Während die Bewohner der Gegend in früheren Zeiten vor allem von der Jagd lebten, spielt der Fischfang, insbesondere der Fang von Heilbutt, heute die wichtigste Rolle. Bereits ab 1778 wurde in der Region Kohle abgebaut. Auch der Abbau von Marmor, Zink und Blei spielte bis Anfang der 1990er Jahre eine gewisse Rolle, wurde dann allerdings eingestellt, da er nicht wirtschaftlich war. Aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise gibt es derzeit Überlegungen, den Bergbau in der Region wieder aufzunehmen.
Aufgrund der Insellage ist Uummannaq auch heute nur recht umständlich zu erreichen. Vom nächstgelegenen Flughafen Qaarsut bestehen Verbindungen nach Ilulissat und Kangerlussuaq, Ummannaq selbst wird von Qaarsut aus per Helikopter angeflogen. Ansonsten besteht auch die Möglichkeit, mit dem Küstenschiff anzureisen.