Upernavik - Die Frühlingsstelle

Upernavik - Allgemeines

Blick auf Upernavik
Blick auf Upernavik
Tankwagenfahrer
Tankwagenfahrer
Grab von Peter Freuchens Frau
Grab von Peter Freuchens Frau
Hauptstraße Upernavik
Hauptstraße Upernavik

Die Stadt Upernavik im Nordwesten Grönlands wurde 1772 gegründet. Übersetzt bedeutet "Upernavik" soviel wie "Der Frühlingsort". Dies deutet auf gute Jagdbedingungen hin und tatsächlich gelangen mit dem Treibeis oft Eisbären in die Gegend. Auch Belugas, Narwale, Walrosse, Robben, Moschusochsen, Rentiere, Polarfüchse und Schneehasen findet man in der Gegend. Upernavik liegt auf einer Insel im Upernavik-Eisfjord und hat rund 1.200 Einwohner. Heute leben die Menschen vor allem von der Fischerei, aber auch die Jagd ist vor allem in den kleinen Außensiedlungen noch von Bedeutung.
Eine Besonderheit von Upernavik ist das Freilichtmuseum - es ist das nördlichste der Welt. Auch die 1926 vom Architekten Helge Bojsen-Moller erbaute Kirche ist sehenswert. Das Kreuz und ein Gemälde ("Maria mit dem Christuskind") stammen aus der alten Kirche, die 1839 errichtet wurde und heute das Zentrum des Freilichtmuseums bildet. Am Rande des Friedhofs neben der alten Kirche liegt die erste Ehefrau Peter Freuchens begraben, der Knud Rasmussen auf mehreren Expeditionen begleitete. Da sie nicht getauft war, wollte ihr der damalige Pfarrer keinen Platz auf dem Friedhof zugestehen.
In den Upernavik-Eisfjord kalbt ein Gletscher, der die größten Eisberge der nördlichen Halbkugel produziert. Südlich des Ortes wird die Landschaft vom mehr als 1.000m hohen Berg Sandersons Hope dominiert. Upernavik ist auch Sitz der Gemeindeverwaltung und wie praktisch alle grönländischen Kommunen hat auch Upernavik eine gewaltige Fläche von fast 200.000 Quadratkilometern.
Im südlichen Teil des Gemeindegebietes herrscht arktisches Klima, der Boden ist relativ fruchtbar und es wachsen bis zu 2m hohe Bäume. Das Klima im nördlichen Gemeindegebiet ist hocharktisch geprägt, die Landschaft ist rau, Fels und Gletscher dominieren und das Inlandeis reicht an vielen Stellen bis ans Meer heran. Die größten Vogelfelsen liegen an den Hängen des Sandersons Hope, aber auch andere Küstenabschnitte sind für ihren Vogelreichtum bekannt. Hier brüten neben den Dickschnabellummen auch Papageitaucher, Krabbentaucher, Tordalken, Eiderenten, Prachteiderenten, Eistaucher, Kormorane, Kolkraben und Dreizehenmöwen.

Das Freilichtmuseum Upernavik

Das Freilichtmuseum von Upernavik ist nicht nur das nördlichste der Welt, es ist auch das älteste Museum dieser Art in Grönland. Es wurde bereits Anfang der 1950er Jahre von den beiden Dänen Lund-Drosvad und Knudsen gegründet. Die alte im Jahr 1839 erbaute Kirche wurde bis 1951 als Versammlungsraum für den Stadtrat genutzt. Danach stellte Andreas Lund-Drosvad seine private Sammlung in dem leer stehenden Gebäude aus und seitdem ist es das Zentrum des Museums.
Die Gemeinde begann zu dieser Zeit auch damit, alltägliche Gebrauchsgegenstände aus der Region zu sammeln. Insbesondere Jagdausrüstungen fanden so den Weg ins Museum. Eine interessante Geschichte wird über ein Frauenboot erzählt. Die Gemeinde kam in den Besitz des Umiaks, als ein neues Holzboot in Betrieb genommen wurde. Zu dieser Zeit war zufällig ein Professor vom Geographischen Institut Dänemarks in Upernavik. Er sah das Frauenboot neben einem der alten Kolonialgebäude liegen und befahl den Einwohnern, dafür zu sorgen, dass es ans Institut nach Kopenhagen gebracht wurde. Die Kolonialzeit lag erst wenige Jahre zurück und als Professor hatte er die notwendige Autorität, um seinen Wunsch durchzusetzen. Das Boot wurde also nach Dänemark geschafft und dort rund 50 Jahre unter fragwürden Umständen aufbewahrt. Erst 1997 begann der Direktor des Museums mit Nachforschungen über den Verbleib des Umiaks und es gelang schließlich, das wertvolle Stück nach Upernavik zurück zu holen.
Das Museum besteht aus mehreren alten Kolonialgebäuden und der alten Kirche. In der alten Kirche kann man die Ausstattung aus der Zeit der Ratsversammlungen bestaunen. Im alten Laden, der 1997 renoviert wurde, ist die Kajak- und Frauenbootausstellung zu sehen. Eine Künstlerwohnung hat man in der Böttcherei aus dem Jahr 1848 eingerichtet und das ehemalige Haus des Kolonialverwalters wird für wechselnde Ausstellungen genutzt.