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Expeditionsseereisen ins Reich der Wikinger

Sisimiut - Die Siedlung an den Fuchslöchern

Sisimiut - Allgemeines

Sisimiut ist mit über 5.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Grönlands. Die ältesten Siedlungsspuren in der Gegend wurden auf die Zeit um 2.500 vor Christus datiert und der Saqqaqkultur zugeordnet. Die Gründung der heutigen Stadt geht auf die Verlegung einer bereits 1724 gegründeten Handelsstation im Jahr 1764 zurück.
Doch schon im 15. Jahrhundert lockten reiche Bestände von Robben und Walen sowie das stets eisfreie Meer Walfänger an diesen Teil der Küste Westgrönlands. Es entwickelte sich ein reger Tauschhandel zwischen den Europäern und den Inuit und bald schmückten die eingetauschten Glasperlen die Nationaltracht der Grönländerinnen.
Nach 1764 wuchs die Handelsstation "Holsteinborg" rasch, aber durch eine Pockenepedemie starben 1801 fast 400 Menschen. Der Ort erholte sich und erlebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht zuletzt durch den Bau einer Konservenfabrik und einer Werft einen deutlichen Aufschwung. Ihre heutige Größe erreichte die Stadt Sisimiut erst in den 1960er Jahren durch die Zentralisierungspolitik der Dänen. Dabei entstanden nicht nur die unschönen Plattenbauten, sondern auch ein Krankenhaus und eine Volkshochschule. Schwerpunkt der Volkshochschule ist die Vermittlung alter Handwerkstechniken. Die Verarbeitung von Krabben ist heute der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Sisimiut, hier steht eine der modernsten Krabbenverarbeitungsanlagen der Welt. Auch die Verarbeitung von Kabeljau spielt eine wichtige Rolle.

Sisimiut - Stadtrundgang

Eines hat Sisimiut mit Rom gemeinsam - es wurde wie die ewige Stadt auf sieben Hügeln erbaut. Hinter der Stadt dominiert der 784m hohe Hausberg Nasaasaaq die Landschaft. Ein für Touristen interessanter Teil der Stadt liegt auf der Zimmermannsinsel. Auf dieser Halbinsel rechts des Hafens befinden sich noch Relikte aus der Zeit der Walfänger, so z.B. die Böttcherei, die Trankocherei und die 1931 erbaute Werft.
In der Mitte des Ortes liegt das alte Kolonialzentrum. Hier fällt schon von weitem die alte Kirche auf. Sie ist die älteste Holzkirche Grönlands und wurde im Jahr 1775 geweiht. Gebaut wurde sie bereits zwei Jahre früher, aber der Transport der Kirche nach Grönland verzögerte sich. Die neue Kirche oberhalb des Kolonialplatzes wurde 1926 gebaut.
Direkt hinter der alten Kirche stehen die Kolonialhäuser. Das sogenannte alte Haus wurde ursprünglich 1755 in Bergen gebaut und kam 1764 nach Sisimiut. Im Laufe der Zeit wurde es als Wohnhaus, Bäckerei, Postamt und Polizeistation genutzt, heute ist es das Hauptgebäude der Museumsanlage. Hier werden u.a. Fundstücke aus der Zeit der Saqqaq-Kultur ausgestellt. Zum Museumsareal gehört auch ein fast original ausgestattetes Sodenhaus aus den 1920er Jahren. Im alten Laden aus dem Jahr 1852 werden wechselnde Sonderausstellungen präsentiert. Das ehemalige Haus des Kolonialverwalters aus dem Jahr 1846 ist heute Sitz der Museumsverwaltung.
Entlang der Hauptstraße von Sisimiut findet man eine für grönländische Verhältnisse erstaunliche Vielfalt an Geschäften, Restaurants und Läden mit grönländischem Kunsthandwerk. Erwähnenswert ist auch das einzige beheizte Freibad Grönlands.