Qasigiannguit - Die kleinen gefleckten Robben

Typische Holzhäuser
Typische Holzhäuser
Fisch zum Trocknen aufgehängt
Fisch zum Trocknen aufgehängt

Qasigiannguit bedeutet übersetzt etwa "gefleckte Robben" und erinnert auch heute noch an die früher so wichtigen guten Jagdmöglichkeiten. In vielen Reiseführern wird die Stadt als Perle der Diskobucht bezeichnet und tatsächlich ist die Landschaft in diesem Bereich der südöstlichen Diskobucht auffällig grün und das Wetter oft sonnig. Ursprünglich 1734 vom dänischen Kaufmann Jacob Severin einige Kilometer entfernt gegründet, wurde die Siedlung 1763 wegen der oft widrigen Wetterverhältnisse an die heutige Stelle verlegt. Heute leben rund 1.300 Menschen in der Stadt, die von Bau einer Kabbenfabrik im Jahr 1959 profitierte. Daneben spielt auch hier der Fang von Heilbutt eine wichtige Rolle, weitere bedeutende Arbeitgeber sind das Krankenhaus und eine Berufsschule.
Ein Haus aus dem Jahr 1734, das den Umzug der Siedlung 1763 mitgemacht hat, ist heute noch erhalten. Es gilt als das älteste erhaltene Gebäude Nordgrönlands, steht zusammen mit anderen Kolonialhäusern im Ortszentrum nahe der Krabbenfarbrik und beherbergt das örtliche Museum. Besonders erwähnenswert sind die frühgeschichtlichen Exponate aus der Zeit der Saqqaq-Kultur vor etwa 4.000 Jahren. Bei Ausgrabungen Mitte der 1980er Jahre fanden Archäologen auf der Insel Qeqertasussuk die ältesten Überreste menschlicher Siedlungen in der Arktis. Reste von Küchenabfällen, Kleidungsstücken, menschlichen Knochen und Kajaks erbrachten völlig neue Erkenntnisse über die frühe Besiedlungsgeschichte Grönlands.