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Expeditionsseereisen ins Reich der Wikinger

Maniitsoq - Der unebene Ort

Maniitsoq wird gelegentlich auch als "Venedig Grönlands" bezeichnet. Die Stadt mit ihren rund 2.900 Einwohnern ist auf mehreren kleinen Inseln und Halbinseln angelegt, die über zahlreiche Brücken miteinander verbunden sind. Die längste Brücke Grönlands verbindet den Hafen mit der Stadt. Daneben prägen zahllose Treppen das Stadtbild.
Wie an vielen andere Stellen der Westküste Grönlands wurden auch in der Gegend um Maniitsoq Siedlungsspuren aus der Saqqaqzeit vor 4.500 Jahren gefunden. Die heutige Stadt geht auf den Umzug der 1755 gegründetetn dänischen Kolonie Sukkertoppen im Jahr 1782 zurück. Maniitsoq gehört heute zu den eher wohlhabenden Städten in Grönland und verdankt dies dem Fischfang und der Krabbenverarbeitung. Bereits 1832 wurde eine Walfangstation aufgebaut, nach dem zweiten Weltkrieg kam eine Fischfabrik hinzu, die heute auf die Krabbenverarbeitung spezialisiert ist. Auch eine Weft und eine Fabrik für Arbeitsbekleidung bieten den Einwohnern Arbeitsplätze. Seit der Eröffnung des Flughafens im Jahr 2000 hat der Tourismus an Bedeutung gewonnen, Gas- und Ölfunde in der nahen Davisstraße könnten zukünftig eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt spielen.
Eindrucksvoll für den Besucher ist die Gebirgslandschaft in der Umgebung. Bis zu 2.000m ragen die Berge auf. In den steilen Bergwänden der Fjorde nisten tausende Seevögel und eine Bootsfahrt bietet hervorragende Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Die Gesteine in der Gegend gehören mit 3,5 Milliarden Jahren zu den ältesten der Erde und man hat verschiedene Edelsteine, u.a. Diamanten und Rubine, gefunden.
Das Zentrum von Maniitsoq liegt rund um die alte Kirche. Sie wird heute als Versammlungsraum genutzt, war aber bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1864 das größte Steingebäude in ganz Grönland. Die neue Kirche stammt aus dem Jahr 1981. Auch in Maniitsoq gibt es ein örtliches Museum. Es ist in einem Kolonialhaus untergebracht, das ursprünglich als Schmide und Bäckerei am Hafen stand und beim Bau der Fischfabrik an seinen heutigen Standort neben dem alten Friedhof versetzt wurde. Es sind Exponate aus der Saqqaqkultur zu sehen. Außerdem vermittelt eine Ausstellung einen guten Einblick in das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts. In einem zweiten Gebäude werden Kunstwerke des lokalen Künstlers Jens Kreutzmann präsentiert. Nahe der alten Kirche werden von den Fischern und Jägern der Gegend auf dem Markt frischer Fisch, Fleisch und Engelwurz angeboten.