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Expeditionsseereisen ins Reich der Wikinger

Qaqortoq - Das Weiße

Die größte Stadt Südgrönlands wurde 1775 gegründet und zählt heute rund 3.200 Einwohner. Qaqortoq bedeutet "Das Weiße" und spielt auf die zahlreichen Eisberge an, die in der Bucht vor der Stadt treiben und im Sommer oft die Anlandung von Schiffen verhindern. Die Stadt gilt als eine der schönsten des ganzen Landes. In der Nähe des Hafens liegen am Marktplatz die ältesten Gebäude der Stadt und der einzige Springbrunnen Grönlands. Er wurde 1927 aus Igaliku-Sandstein gebaut und ist verdienten Grönländern gewidmet. Aus dem Jahr 1797 stammt das älteste Gebäude, ein schwarz geteertes Haus, das in Form von Fertigbauteilen aus Dänemark nach Grönland gebracht wurde. Besonders fällt auch ein gelbes Fachwerkhaus aus der Zeit um 1880 auf, früher als Werkstatt der Böttcher genutzt. In der gegenüber liegenden Schmiede aus dem Jahr 1871 ist das örtliche Museum untergebracht, das sich mit der Geschichte der Iniut und der Wikinger beschäftigt. Ein Sodenhaus gehört ebenfalls zum Museum. Die alte Kirche mit ihrem grünen Schindeldach stammt aus dem Jahr 1832. Der Rettungsring in der Kirche ist das einzige Überbleibsel des Untergangs der Hans Hedtoft bei Kap Farvel im Winter 1959. Den 95 ums Leben gekommenen Menschen ist eine Gedenktafel in der Kirche gewidmet. Die neue Kirche von Qaqortoq wurde 1973 gebaut.
Bei einem Rundgang durch die Stadt fallen auch zahlreiche Skulpturen auf. Sie stammen aus den Jahren 1993 und 1994. Die Künstlerin Aka Høegh rief damals das Projekt "Stein und Mensch" ins Leben und 18 Künstler aus Skandinavien haben die Skulpturen gestaltet. Teilweise wurden dazu auch einfach im Ort vorhandene Granitfelsen bearbeitet und mit Reliefs versehen.
Die Menschen in Qaqortoq leben heute vor allem von der Fischerei und von verschiedenen Dienstleistungen. In der Stadt ist u.a. ein Gymnasium, eine Handelsschule und eine Volkshochschule angesiedelt. Auch die einzige Gerberei des Landes bietet Arbeitsplätze.
Ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische, ist die Kirchenruine von Hvalsey. Sie wurde um 1300 von den Wikingern, die in der Gegend lebten, aus Granitsteinen gebaut.