Ittoqqortoormiit - Allgemeines

Blick auf Ittoqqortoormiit
Blick auf Ittoqqortoormiit
Kirche Ittoqqortoormiit
Kirche Ittoqqortoormiit
Waschtag
Waschtag
Eisbärenfell
Eisbärenfell
Kinder in Ittoqqortoormiit
Kinder in Ittoqqortoormiit

Ittoqqortoormiit, die nördlichste Gemeinde Ostgrönlands, liegt am Scoresbysund und zählt etwa 550 Einwohner. Zur Gemeinde gehören neben der Hauptortschaft Ittoqqortoormiit die beiden Siedlungen Itterajivit (Kap Hope) und Uunartoq (Kap Tobin). Touristisch ist die Gemeinde kaum erschlossen, es werden vor allem expeditionsähnliche Touren mit Kajaks und Hundeschlitten, sowie Bootsfahrten und Wanderungen angeboten. Interessant ist natürlich auch ein Besuch der heißen Quellen um Ittoqqortoormiit. Die größte Quelle bei Kap Tobin erreicht eine Temperatur von 62°C. Darüber hinaus besuchen in den letzten Jahren zunehmend häufig Kreuzfahrtschiffe die Gemeinde. Für Besucher ist die Ortschaft aber am besten mit dem Flugzeug erreichbar. Über den Flugplatz Constable Pynt geht es per Helikopter weiter nach Ittoqqortoormiit. Das Meer ist rund neun Monate pro Jahr zugefroren und Schiffe können die Bucht nur von Juli bis September anlaufen.
Bis zum Jahr 1925 war die Ostküste Grönlands einmal abgesehen von Ammassalik praktisch unbewohnt und galt als Niemansland. Auf Anregung des Polarforschers Ejnar Mikkelsen wurde Ittoqqortoormiit dann 1925 gegründet. Der größte Teil der 84 Siedler stammte aus Ammassalik und sie verließen ihre Heimat, weil dort die Bevölkerung so stark angewachsen war, daß die Jagd kein ausreichendes Einkommen mehr bot. Die Fahrt mit der Gustav Holm zum neuen Siedlungsplatz führte 1925 über das isländische Ísafjörður, dort starben 14 der Siedler an Grippe. Die Jagdbedingungen am Scoresbysund waren dann tatsächlich deutlich besser und bereits im ersten Jahr wurden 1.000 Robben, 70 Walrosse, 115 Eisbären, 8 Narwale und 71 Polarfüchse erlegt. Auch heute noch leben die Bewohner von Ittoqqortoormiit hauptsächlich von der Jagd auf Robben, Eisbären und Walrosse, allerdings kann die finanzielle Situation der Bewohner nicht gerade als gut bezeichnet werden. Schuld daran ist nicht zuletzt die Kampagne gegen das Töten von Robbenbabys, die auch den Verkauf der grönländischen Felle auf dem Weltmarkt unmöglich machte, obwohl in Grönland nie Babyrobben abgeschlachtet wurden.
Neben der "Überbevölkerung" Ammassaliks gab es allerdings noch einen handfesten politischen Grund für die Gründung einer neuen Siedlung. Norwegen, nach Jahrhunderten dänischer Herrschaft wieder unabhängig geworden, erhob Ansprüche auf das Niemandsland an der grönländischen Ostküste, weil Norweger traditionell Robbenjagd und Walfang betrieben und seit Jahrzehnten die einzigen gewesen waren, die das Gebiet mit ihren Fangschiffen befahren und genutzt hatten. Die norwegischen Jäger hatten sogar Hütten zur Überwinterung errichtet. Dänemark war der norwegische Anspruch bereits 1920 ein Dorn im Auge und so beanspruchte das Land die Hoheit über ganz Grönland. Die Norweger argumentierten, daß Dänemark bestenfalls die bewohnten Gebiete beanspruchen könne. Nach längeren Verhandlungen konnten sich beide Länder zwar einigen, aber die Ansprüche Norwegens wurden nie ganz ausgeräumt und so wurde in Kopenhagen beschlossen, einen weiteren Teil der Ostküste zu kolonisieren und Ittoqqortoormiit zu gründen.
Die Landschaft um Ittoqqortoormiit ist aufgrund des hocharktischen Klimas sehr vegetationsarm. Selbst im Sommer liegen die Durchschnittstemperaturen unter +5°C. Trotzdem sind viele Tierarten in diesem Teil Grönlands zu finden. Neben Polarwölfen, Lemmingen, Hermelinen und Eisbären gibt es auch Moschusochsen und Schneehasen.

Das Museum Ittoqqortoormiit

Im Jahr 1997 wurde das Museum von Ittoqqortoormiit offiziell eröffnet. Das Gebäude wurde im Jahr 1930 als Ladengeschäft der Royal Greenlandic Trading gebaut und später nach einer Renovierung als Bürogebäude der Greenland Technical Organisation genutzt.
Die Dauerausstellung im Museum zeigt eine typische Jägerwohnung wie sie in den 1950er Jahren üblich war. Die Ausstellungsobjekte stammen aus einem Haus in der Jägdersiedlung Kap Hope. Der zweite Raum im Erdgeschoß wird für Wechselausstellungen genutzt.
Im Obergeschoß gibt es eine weitere Dauerausstellung. Hier wird eine Vielzahl von Fotos aus der Zeit der Ortsgründung in den 1920er Jahren gezeigt, daneben sind auch typische Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände aus der Region zu bewundern. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch Ölgemälde des ersten Arztes (Jens Nielsen) der Siedlung aus den Jahren 1957 - 1959.